Kultur der Linen-Scherec

Es ist erstaunlich, wie einheitlich die Kultur der Linen-Scherec über die Jahrhunderte geblieben ist, was nicht bedeutet, dass sie sich nicht im Laufe der Zeit stark verändert hat, sondern nur, dass die Stämme immer noch die selbe Kultur besitzen.
Zum einen ist dies sicherlich auf die Priesterinnen zurückzuführen, zum anderen spielen aber auch die Barden eine wichtige Rolle in der Überlieferung und in der Lehre des alten Wissens. Ihre Lieder und Geschichten sind es, die, in den Hütten und Hallen vorgetragen, den Linen-Scherec die Legenden vermitteln und von den Ereignissen im Stammesgebiet erzählen.

So kommt es, dass immer noch nur die Frauen die Sackpfeif, die mit den Beinen gepumpt wird, und dass Schwert und Speer die alten Waffen nicht vollständig verdrängt haben.

Musik

Die Musik der Linen-Scherec ist sehr vielfältig und hat über die Jahrhunderte Einflüsse von allen Kulturen aufgenommen, denen die Linen-Scherec begegnet sind. In dieser Sache sind sie erstaunlich tolerant.
Musik wird gespielt, um zu unterhalten, im Hintergrund bei Festen. Musik wird auch gespielt, um Geschichten zu erzählen, Krieger zu rühmen und Kinder zu vergnügen. Und jeder der zweiunddreißig verschiedenen Tänze, die die Linen-Scherec kennen, besitzt seine eigene Musik.
Dabei greifen die Linen-Schrec vor allem auf ihre Stimmen zurück, einzeln oder auch in komplizierten, mehrstimmigen Gesängen. Schon in den Dörfern lernen Mädchen und Jungen, im Chor zu singen, wenn die Abende dunkel werden.
Hinzukommen die Sackpfeifen, die nur von Frauen gespielt werden, Handtrommeln und große Kriegstrommeln, Flöten in verschiedenen Formen und Größen, die Eishefu, fünfseitige Streichinstrumente, je nach Größe auf den Knien oder dem Boden gespielt, erfreuen sich immer großer Beliebtheit. Die Seiteninstrumente Orwddef und Orwthef (acht- und siebenseitig) können gut auf dem Marsch gespielt werden und die Hörner werden zur Verständigung und im Krieg verwendet. In den letzten Jahren sind Zimbeln, Schellen und Gongs aus dem Süden hinzugekommen.

Kriegshandwerk

Es ist ein Zeichen großen Mutes, nackt in den Kampf zu stürmen, und in den Augen vieler auch ein Zeichen großen Übermuts. Erfahrene Krieger bevorzugen einen Helm auf dem Kopf und eine Rüstung am Leib. Am begehrtesten in dieser Beziehung sind die Kettenpanzer, welche aber ausgesprochen teuer sind (mit Glück vier gute Rinder), sonst werden auch dicke Filzwamse oder Lederharnische getragen.
Kaum ein Linen-Scherec Krieger würde sich ohne Schild in die Schlacht begeben, schon, weil einige Überreste des Kriegshandwerks immer noch gelehrt werden und ein Schildwall oft der beste Schutz ist. Nur Träger des Torcidosmawr und des Scherec-Speers verzichten auf diesen Schutz. Und natürlich die Bogenschützen, die hauptsächlich von den Eiltwin gestellt werden - alle anderen verwenden Bögen nur für die Jagd.
Die meisten Krieger verwenden das lange Schert und den Speer, selbst die Reichen, die sich einen Kampfwagen leisten können.
Weitere Waffen der Linen-Scherec sind Messer und Dolche, leichte Wurfspieße und die Lanzen der Tempelwachen.

Schmuck und Kleidung

Die Stämme schmücken sich gern. Hals-, Ohr- und Armschmuck (Oberarm und Handgelenk) sind üblich bei Mann und Frau. Meist sind die Hals- und Armreifen schwere Reifen aus Eisen oder Gold. Nur einige alte Familien besitzen noch den großen, teuren Hausherrenschmuck, der über die ganze Brust reicht.
Zu den Festen wird auch Haarschmuck getragen, oft einfache Blumen, bei reichen Frauen jedoch auch ganze Kränze aus Gold. Junge Männer und Frauen tragen bei den Festen auch Fußreifen, um zu zeigen, dass sie auf der Suche nach einem Lebensgefährten sind.
Die Kleidung der Linen-Scherec ist für gewöhnlich einfach, wenn auch Muster hineingewebt sind, Streifen, Karo und auch komplizierteres. Grün, braun und grau überwiegen, mit einigen Blau- und Rotstichen. Hemden und Hosen werden von Männern (und Frauen, die sich dem Kriegshandwerk widmen) getragen, Röcke von Frauen und Barden, Kleider nur von verheirateten Frauen, Priesterinnen und Greenbonds.
Haartracht bei Männern hat zwei ausgeprägte Richtungen, die erste wird von den Scherec-Stämmigen bevorzugt, die zweite von den Linen, wobei die Männer innerhalb eines Clans meist die gleiche Haartracht tragen.
Schrec-Männer trage ihre dunklen Haare lang, oft in Zöpfen. Sie sind entweder Bartlos oder haben einen Vollbart. Linen-Männer lassen ihre hellen Haare etwas bis zur Schulter wachsen, um sie, bei Festen und in Kämpfen (in denen sie auf den Helm verzichten wollen) mit Kalk in Spitzen nach hinten zu streichen. Sie tragen dazu meist Bärte, die nur um den Mund reichen. oder nur Schnurbärte
Frauenhaar wird lang getragen, offen, wenn die Frau auf der Suche nach einem Partner ist oder während der Feste. Die Form des Zopfes sagt etwas über den Stand der Frau aus, mit Zopfkronen den vornehmen vorbehalten.
Männer wie Frauen haben in den letzten vierhundert Jahren die Mode der Hutzler angenommen, sich zu tätowieren. Männer tätowieren sich oft Arme und Rücken sowie den Hals, Frauen die Handgelenke und Hände. Einige Kriegergemeinschaften sind allerdings dazu übergegangen, sich auch die Gesichter, Brust und/ oder Beine zu tätowieren. Während man allerdings den Tätowierungen der Hutzler magische Fähigkeiten nachsagt, bekunden die Linen-Scherec damit höchstens ihren Mut oder ihren modischen Geschmack. Es gibt allerdings einige Symbole, die von Magistern verwendet werden, die wohl auch Macht besitzen sollen.

Feste

Die Linen-Schrec feiern vor allem die Sonnenwend- und Tag-Nachtgleiche-Feste, wobei das Frühlingsfest, der Tag der Freiheit, ein Fest voller Sinnenfreuden ist. Es wird gegessen, getrunken, gelacht und abends um die Feuer herum freie Liebe praktiziert. Kinder aus solchen Verbindungen werden in den Familien wie eigene Kinder behandelt. Jede(r) Linen-Scherec, der zum Erwachsenen erklärt wurde, darf an diesen Festen teilnehmen.
Die anderen Sonnen-Feste sind weniger ausgelassen, aber freie Liebe ist, wenn schon nicht fester Bestandteil des Festes, doch an diesen Tagen erlaubt.
Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass die Clanherren große Gelage an ihren Geburtstagen geben, wobei jeder, der es sich leisten kann, dorthin reist.
Ansonsten feiern die Linen-Scherec Feste wie sie fallen. Die Priesterinnen, Druiden und Greenbonds (und gelegentlich auch die Barden) halten alle sechs Tage ihre Gottesdienste ab, meist kurze Andachten, um Neues zu segnen, Totes zu erinnern und Neuigkeiten auszutauschen. Das Wissen um Sagen und die Götter wird viel mehr in den Abendstunden vermittelt, als in den Gottesdiensten. Allerdings steht es jedem Clanmitglied frei, sich an seine Geistlichen zu wenden.
Geburtstage werden mit kleinen Feiern begangen, wobei Erwachsene Geschenke an ihre Gäste verteilen, wenn sie es sich leisten können.

Kunst

Die Linen-Scherc stellen nur sehr selten Personen in ihrer Kunst dar. Sie verzieren ihre Häuser, ihre Waffen, ihre Kleidung und sogar ihre Zäune mit feinen Mustern, die sich ewig fortzusetzen scheinen. Steimetzarbeiten sind seltener, aber in den Städten, wo tatsächlich mit Stein gebaut wird, finden sich auch solche.
Besonders zu erwähnen sind hierbei allerdings die großen Göttersäulen, aus großen Bäumen geschnitzt, die in Reihen oder Kreisen Dörfer beschützen, Haine eingrenzen und die Tempel weihen. Es bedeutet eine große Ehre, eine solche Säule geschnitzt zu haben, denn es kann ein Lebenswerk sein und nur zwei legendären Künstlern, Ceiddw Osei und Wdaer Gifoi soll es gelungen sein, mehr als eine zu schnitzen.